[DE] Profilversionen und -varianten

+++ Update +++

Die ECI hat mit Veröffentlichung des Tiefdruckprofil-Paketes in 12/2019 eine weitere gleichnamige Variante des Profils PSR_LWC_PLUS_V2_M1.icc veröffentlicht. Ein Profil mit gleichem Namen ist bereits 2018 veröffentlicht worden.

Die beiden Profile unterscheiden sich hinsichtlich farblicher Eigenschaften, wobei nach Auskunft der ECI diese neue Variante die Ergebnisse im Proof verbessern.

Hier finden Sie das 2018er-Profil und das 2019er-Profil [BITTE NICHT VERWENDEN!!]. Anders als bei bisherigen Veröffentlichungen wurden die Time Stamps erhalten, sodass die Profile wenigstens anhand des Datums unterscheidbar sind.

Damit die verbesserte Variante des Profils von der Vorgänger-Variante unterscheidbar ist, hat die ECI eine neues Tiefdruck-Paket 2020 veröffentlicht. Dieses Paket beinhaltet das ICC-Profil PSR_LWC_PLUS_V2_M1_v2.icc (Bitte beachten Sie das Suffix "_v2" am Endes des Namens). Die Magazine, die auf aufgebessertem LWC-Papier laufen, werden sukzessive umgestellt.

Das 2019er-Paket wurde unterdessen aus der Download-Übersicht der ECI-Seite entfernt. Wir empfehlen dieses Profil nicht mehr zu verwenden, um Namensverwirrungen zu vermeiden.

Derzeit verwenden viele Magazine noch das Profil aus dem 2018er-Paket. Bitte verwenden Sie dieses, wenn das geforderte Profil PSR_LWC_PLUS_V2_M1.icc ist.

Worum geht es?

Der Preflight-Report meldet, dass Sie ein falsches ICC-Profil im Output Intent verwendet haben, obwohl die Namen des geforderten ICC-Profils und des eingebetteten Profils im Output Intent übereinstimmen.

Tatsächlich kursieren z.T. mehrere "Varianten" von ICC-Profil, auch wenn die Namen gleichlautend sind. Das kann unterschiedliche Ursachen haben.

So gibt es Anwender, die die von Verbänden zur Verfügung gestellten Profile selbst anpassen oder "optimieren".

Zum anderen haben aber auch Herausgeber von Profilen bei der Versionierung nicht immer exakt gearbeitet.

Wie prüft das DUON-Portal?

Im DUON-Portal finden in Bezug auf das Farbprofil mehrere Prüfungen statt:

  1. Es wird geprüft, ob überhaupt ein Output Intent gesetzt ist und ob der Output Intent ein Profil enthält.
  2. Es wird geprüft, ob das geforderte ICC-Profil und das im Output Intent eingebettete Profil übereinstimmen. Bisher (im alten DUON-Portal) wurden dazu die Namen verglichen. Nun wird jedoch der "Fingerprint" der ICC-Profile verglichen. Hierzu werden sogenannte MD5-Hashwerte nach ISO 15076 verglichen.
  3. Es wird geprüft, ob die in Objekte (z.B. Bilder) eingebettete Profile exakt dem im Output Intent verwendeten Profil entsprechen. So wird sichergestellt, dass hier nicht andere Profile verwendet werden.

Es werden nur Dateien akzeptiert, die exakt das geforderte Profil verwenden.

Wie finde ich heraus, ob ich ein falsches Profil benutze?

Sie können das geforderte Profil jeweils bei TECHNISCHE VORGABEN einsehen. Geprüft wird nicht der Name des Profils, sondern der MD5-Hash der Profildatei.

profilversion-01.JPG

Sofern Sie beispielsweise Acrobat Pro haben, können Sie selbst herausfinden, ob Sie das richtige Profil eingebettet haben.

Hier die Schritte, wie Sie dies selbst prüfen können:

  1. Öffnen Sie die zu untersuchende Datei in Acrobat Pro
  2. Werkzeuge > Druckproduktion > Preflight
  3. Gehen Sie zum Reiter Profile und führen Sie per Doppelklick auf die Prüfung eine beliebige Prüfung durch (beispielsweise "Konformität mit PDF/X-4 prüfen)
  4. Gehen Sie zum Reiter "Ergebnisse"
  5. Expandieren Sie nun: Übersicht > OutputIntents > OutputIntent [Name] > ICC-Ausgabeprofil
  6. Den MD5-Hashwert finden Sie am Ende der Liste

profilversion-02.JPG

Warum das ganze? Was kann im schlimmsten Falle passieren?

Short Read

Das DUON-Portal stellt relativ hohe Anforderungen an Druckunterlagenhersteller, Verlage und Druckerein. Ziel ist eine maximale Qualität und Produktionssicherheit für alle Seiten sicherzustellen.

Für jedes Magazin, jedes Heft/Ausgabe und jeden Heftteil (z.B. Umschlag oder Innenteil) ist ein eindeutiges Profil vorgegeben, welches die charakterstischen Bedingungen des Drucks wiederspiegelt.

Nur wenn exakt dieses Profil auch von dem Datei-Ersteller verwendet wird, kann vorab eine gute Simulation des späteren Druckergebnisses erstellt werden.

Wenn nun für die Anlieferung einer Anzeige das Profil p verwendet werden soll und der Datenanlieferer stattdessen das Profil p' (p-Strich steht hier für ein Profil gleichen Namens aber abweichender Eigenschaften) in der Datei verwendet, so kann dies u.a. dazu führen, dass Daten falsch aufbereitet oder falsch simuliert werden.

Long Read für Profis

Zu einer falschen oder minderwertigen Aufbereitung kann die Verwendung von p´ führen, wenn die Eigenschaften von p und p' sehr unterschiedlich sind. Praktisch sind diese Fälle schon vorgekommen. Es sind einige wenige Dateien im Portal angekommen, bei denen "Experten" die Original-Profile "optimiert" haben - wobei Sie sich der Auswirkungen nicht bewusst waren. Wesentlich häufiger kommt es vor, dass alte Versionen eines Profils verwendet werden.

Eine abweichende Simulation ist ebenso ein Problem: So wird beispielsweise das eingebettete Profil im Output Intent Profil verwendet, um das Aussehen der Anzeige beispielsweise bei Ansicht in Acrobat zu simulieren.

Auf allen Seiten - sowohl in Agenturen als auch in Verlagen und Druckerein - ist es gelebte Praxis, dass aus unterschiedlichen (technischen) Gründen die Profile im Output Intent bewusst ignoriert und intern ersetzt werden. Dies ist kein Problem, solange p und p' sich nicht unterscheiden.

Problematisch wird es, wenn p und p' sich hinsichtlich farbcharakteristischer oder mathematischer Eigenschaften unterscheiden, denn dann sieht z.B. eine Simulation in Acrobat (hier wird p' verwendet) auf einmal anders aus als in einer Hard- oder Softproofumgebung (hier wird p' ignoriert und durch p ersetzt).

Für die Umrechnung und Simulation werden verschiedene mathematische Umrechnungen basierend auf u.a. A2B-Tabellen, CLUTs, Matrix-Parameter oder Weißpunkt des eingebetten Profils im Output Intent verwendet.

Über den Profile Connection Space (PCS) werden die Werte mithilfe der B2A-Tabellen des Geräteprofils g des simulierenden Gerätes (z.B. ein Monitor- oder Prooferprofil) in den Simulationsfarbraum überführt. Häufig werden auch fertige Profile von Hard- und Softproofsystemen verwendet. Hier werden Zielprofil p des Druckverfahrens und Geräteprofil g miteinander in eine Simulationsprofil s verrechnet. Die Simulation mit dem Simulationsprofil s gelingt nur, sofern das Profil p - nicht aber das Profil p' - verwendet wird.

Lösung für dieses Problem

  1. Prüfen bzw. überlegen Sie als erstes, wie die finale Anzeigendatei erstellt wurde. Wer hat die Datei erstellt, welches System wurde verwendet?
  2. Laden Sie nun die exakt richtigen Profile herunter. Sie finden die Download-Links bei TECHNISCHE VORGABEN oder auch im HelpCenter unter [DE] ICC-Farbprofile herunterladen
  3. Sie müssen nun das bzw. die "falschen" Profile durch die "richtigen" Profile ersetzen. Je nach Betriebsystem müssen Sie die Daten in einem oder mehreren Systemordner ersetzen. Einen Hilfeartikel zur Installation von Profilen finden Sie ebenfalls im Helpcenter unter [DE] Profil installieren.
  4. Nun erstellen Sie die PDF-Datei erneut.

Tipps für Agenturen

Es ist sinnvoll, wenn diese Schritte nicht jeder Grafiker selbst erledigen muss. Laden Sie am besten alle Profile herunter und ersetzen Sie die Profile auf allen verwendeten Rechnern und Systemen.

 

 

 

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