[DE] Überfüllungsschlüssel weder "true" noch "false"

Was bedeutet diese Meldung?

Bei dieser Meldung geht es um das "Trapping" (Aussteuerung von Überfüllung, Unterfüllung und Überdrucken-Einstellungen), einem technischen Produktionsschritt.*

*Nicht zu verwechseln mit der zweiten Bedeutung: Das Farbannahmeverhalten der Druckfarben wird ebenfalls Trapping genannt.

Dieser Produktionsschritt kann an unterschiedlicher Stelle erfolgen. So können dieser Schritt bereits durch entsprechende Angaben im Layout-Programm (oder sogar bei eingebundenen Grafiken abweichend in Illustrationsprogrammen pro eingebundene Datei) angelegt werden. Es ist jedoch auch möglich, das Trapping in der Litho-Abteilung der Druckerei durchzuführen.

Beide Möglichkeiten sind gemäß PDF/X-Normen zulässig. Zwingend erforderlich ist jedoch die Angabe, ob das Trapping bereits durchgeführt wurde (Überfüllungsschlüssel steht auf "true") oder das noch kein Trapping vorgenommen wurde (Überfüllungsschlüssel steht auf "false"). Nicht zulässig ist es, keine Angaben zu machen (Überfüllungsschlüssel steht auf "not defined").

Was muss ich tun?

Lassen Sie die Druckerei das Trapping übernehmen und verwenden Sie dazu einfach die DUON-Joboptions (Download).

Alle DUON-Portal-Joboptions sind so angelegt, dass die Angabe lautet, dass Sie noch kein Trapping vorgenommen haben und die Druckerei das Trapping übernehmen muss.Dies erreichen Sie, indem der Überfüllungsschlüssel in den Joboptions auf "false" steht ("/PDFXTrapped /False").

Sofern Sie das Trapping selbst übernehmen wollen, so können Sie dies - je nach eingesetzter Software und je nach spezifischen Einstellungen - mit mehr oder weniger geringem Aufwand bzw. mit mehr oder weniger guten Ergebnissen tun.

Im Einzelfalle kann es notwendig sein, dass die Druckerei das Trapping auch wieder ändert, sofern dies erforderlich ist.

Achtung! Begeben Sie sich nicht unnötig auf Glatteis! Die Erstellung korrekter Trapping-Einstellung erfordert viel Erfahrung und gute Software. Falsche Einstellungen können zu erheblichen Überraschungen führen.

Hintergrund zu diesem Thema

Im Vierfarb-Prozess (4C Druck) werden alle Farben aus den lasierenden (teiltransparenten) Grundfarben Cyan (C), Magenta (M), Gelb (G) und Schwarz (K) aufgebaut, wobei das Prinzip der autotypischen Farbmischung (Rasterung) angewendet wird.

Um im Druck Farben sauber darstellen zu können, ist es notwendig, die einzelnen Farben exakt übereinander zu drucken.  Dies ist aber aus technischen Gründen nur bis zu einem gewissen Grad möglich.

Gründe dafür sind u.a. die Beschaffenheit des Papiers und des Papierlaufes innerhalb einer Druckmaschine. Die Fasern des holzfaserbasierte Werkstoff Papier dehnen sich mit zunehmender Feuchtigkeit. Beim Offset-Druck wird aber das Papier naturgemäß feucht. Auch bei der Übergabe der einzelnen Bogen von einer Transporteinheit zur anderen in der Druckmaschine können minimale Ungenauigkeiten auftreten.

Wenn jetzt beide Formen exakt ineinander passen, bekommt man ein Problem, sobald die beiden Formen nicht exakt übereinander gedruckt werden: An den Kanten blitzt das Papier durch. Deswegen werden diese dann nicht bedruckten Stellen auch "Blitzer" genannt.

Diese schematische Darstellung illustriert dies: Die Magenta-Fläche würde zwar exakt in die Aussparung passen, ist aber nicht genau dort gedruckt. Aus einer gewissen Entfernung betrachtet stört das Magenta über dem Schwarz kaum (es ist hier stärker dargestellt, als es im Druck tatsächlich wäre), die weißen Stellen, die Blitzer, fallen jedoch sofort ins Auge.

Da es aber nicht möglich ist, beide Farben immer 100%ig exakt übereinander zu drucken, muß man eine Lösung finden, die diese Blitzer auch dann verhindert, wenn die Farben nicht exakt übereinander liegen. Diese Lösung ist das Über- oder Unterfüllen

Überfüllung

Beim Überfüllen wird grundsätzlich die hellere der beiden Farben etwas größer gemacht. Die stärke der Überfüllung hängt von Rasterlaufweite und Papiersorte ab.

In der Graphik ist zu erkennen, daß die magentafarbene Fläche auch hier nicht exakt mittig in der Aussparung gedruckt ist. Da sie aber größer ist als die Aussparung tritt hier das Problem mit den Blitzern nicht auf. Auch hier ist das Magenta vor dem schwarzen Hintergrund stärker dargestellt als es in der Realität wäre.

Unterfüllung

Unterfüllt wird, wenn die „hintere“ Farbe heller ist als die „vordere“.

So erscheint eine schwarze Fläche, die nur mit schwarzer Farbe gedruckt wird, oft nicht satt genug. Deswegen wird dann ein Cyan-Raster mitgedruckt. Dieses Schwarz in Verbindung mit dem Cyan-Raster ergibt dann ein sattes, tiefes Schwarz.

Ein Problem ergibt sich aber dann, wenn jetzt in dieser schwarzen Fläche beispielsweise weißer Text erscheinen soll. Der weiße Text wird ja dadurch erreicht, dass an den entsprechenden Stellen einfach kein Schwarz gedruckt wird, damit das weiße Papier sichtbar wird.

Durch die erwähnten, unvermeidlichen Ungenauigkeiten beim Übereinanderdruck könnte es jetzt passieren, daß an den freien Stellen auch der Cyan-Raster sichtbar wird. Um dies zu vermeiden, werden die Aussparungen im Cyan größer angelegt als im Schwarz. Auch wenn jetzt das Cyan etwas versetzt gedruckt wird, wird es nicht sichtbar.

Überdrucken

Wären in obigen Beispielen Magenta und Schwarz vertauscht, würde man das Schwarz nicht überfüllen. Man würde auch im Magenta keine Aussparung vornehmen, sondern das Schwarz einfach darüberdrucken - überdrucken. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Schwarz tatsächlich nach dem Magenta gedruckt wird, also wirklich über dem Magenta liegt oder umgekehrt. Der Begriff bleibt derselbe, die Wirkung auch.

 

 

 

 

 

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