[DE] Maximal zulässige Flächendeckung, Gesamtfarbauftrag, TAC, Gesamtflächendeckung

Worum geht es?

Je nach Druckbedingung (Druckverfahren, Papier, Trocknungsverfahren...) ist der maximale zulässige Gesamtfarbauftrag (Flächendeckungssumme, maximal zulässige Flächendeckung, TAC Total Area Coverage) begrenzt.

Der Gesamtfarbauftrag errechnet sich aus der Summe der Prozentwerte der Farbkomponenten CMYK. Der minimal mögliche Farbauftrag im Vierfarbprozess ist 0% (C:0% + M:0% + Y:0% + K:0%), der höchste 400% (C:100% + M:100% + Y:100% + K:100%)

Die folgende Tabelle zeigt umgerechnete Werte für das tiefste mögliche Schwarz (CIE L*a*b* = 0;0;0) für 3 beispielhafte Profile.

Profil Cyan Magenta Yellow Key TACist TACmax
ISOcoated_v2 88% 79% 65% 93% 325% 330%
ISOcoated_v2_300% 78% 68% 58% 94% 298% 300%
PSR_PLUS_V2_PT 93% 88% 93% 85% 359% 360%

Aus den Beispielen wird deutlich, dass der gleiche Farbton (mit dem Ziel bestmöglicher Abbildung) unterschiedliche Farbwerte erzeugt, je nach dem, mit welchem Profil die Umwandlung vorgenommen wird.

Es wird auch sichtbar, dass bei der Umwandlung der Range meist annähernd ausgeschöpft wird. Die maximal zulässige Flächendeckung (TACmax) wird durch die tatsächlich vorhandene Flächendeckung (TACist) annähernd erreicht. Da bei den Umwandlungen mathematisch bedingt gewissen Streubreiten möglich sind, wird in der Prüfung im DUON-Portal mit einem Toleranzfaktor von +8% Gesamtfarbauftrag (im Mittel also +2% je Farbe) gearbeitet.

Wie finde ich Elemente mit zu hohem Gesamtfarbauftrag in meiner Anzeige?

Adobe Acrobat

Sie können in der Adobe Acrobat Vollversion die Flächendeckung Ihrer Anzeige auch selber prüfen.
Öffnen Sie hierfür Ihre Anzeige in Adobe Acrobat Pro und wählen Sie den Reiter Ausgabenvorschau. Diesen erreichen Sie unter dem Reiter oben links Anzeige > Werkzeuge > Druckproduktion. Nun öffnet sich rechts oben ein Fenster Werkzeuge / Druckproduktion aus dem Sie dann Ausgabevorschau auswählen können.

Nun setzen Sie den Haken bei Gesamtfarbauftrag und setzen das Limit auf 300% für Offsetdruck oder 360% für Tiefdruck und alle überschreitenden Bereich werden Ihnen Neongrün angezeigt.

Adobe InDesign

InDesign bietet eine Separationsvorschau, welche Ihnen die entsprechenden mit zu hohem TAC separierten Elemente, einfärbt in einer Vorschau ansehen lassen. Wählen Sie dazu in InDesign "Fenster > Ausgabe > Separationsvorschau". Wählen Sie in der Palette "Farbauftrag" und die Schwelle, z.B. "300%", ab der eine Warnung erfolgen soll, einstellen. Die Voreinstellung richtet sich nach dem eingestellten Arbeitsfarbraum. In dem Sie mit dem Cursor über die entsprechende Fläche fahren, können Sie sich den Gesamtfarbauftrag für diesen Punkt anzeigen lassen.

Adobe Photoshop

In Adobe Photoshop können Sie den Farbauftrag ebenfalls überprüfen. Wählen Sie dazu "Fenster -> Info".

In der Palette wählen Sie im Menü oben links "Bedienfeldoptionen". Stellen Sie dort als "Erste Farbwerteanzeige -> CMYK" und "Zweite Farbwerteanzeigen -> Gesamtfarbauftrag" ein.

Was kann ich tun?

Schauen Sie im DUON-Info-Bereich für Ihren Titel nach, welches Profil erforderlich ist. Achten Sie hierbei unbedingt auf die Differenzierung Innenteil/Umschlag sowie Gesamtausgabe/Teilausgabe!

Wandeln Sie alle Daten mithilfe der zur Verfügung gestellten Ausgabeprofile in das jeweils richtige Profil um.

Fallstrick

1. Nachträgliche erhebliche Farbkorrekturen

Eine Profilkonvertierung (Profilumwandlung) erfolgt immer nur in dem Moment und auf Grundlage der Farbwerte, die aktuell vorliegen. Wenn Sie Beispielsweise den dunkelst möglichen Farbton im LAB-System (0;0;0) in das Profil ISO_coated_V2_300 in einen äquivalenten Farbton umwandeln erhalten Sie einen CMYK-Ton von 78;68;58;95. Dieser Ton hat eine Flächendeckungssumme von 299%. Würde man diesen Ton auf einem typischen Papier der Papierklasse drucken, erhält man jedoch nicht einen Ton von LAB 0;0;0 sondern von LAB 12;0;0. Führt man nun nachträglich Farbkorrekturen an den CMYK-Werten durch (z.B. über Bearbeitung der Gradationskurve, v.a. in den tiefen Tönen), so ändern sich die CMYK-Werte. Die Flächendeckung könnte nach Bearbeitung dann z.B. bei 320% liegen, obwohl in das richtige Profil umgewandelt wurde. Hier ist es dann sinnvoll, über zwei Schritte wieder korrekt umzuwandeln:

  1. "In Zielprofil umwandeln -> LAB"
  2. "In Zielporfil umwandeln -> CMYK (entsprechendes Profil wählen...)"

2. Verwechselung der Befehlte "Profil zuweisen" und "In Profil umwandeln".

Ein häufig beobachtetes Problem ist die Verwechselung der Befehle Profil zuweisen und In Profil umwandeln. Die Befehle heißen zwar Ähnlich machen aber etwas völlig gegensätzliches:

Beim Befehl Profil zuweisen werden die im Bild gespeicherten Prozentwerte mit "gerätespezifischer Werte" interpretiert und in diesem Modell dargestellt. Der Befehlt ist i.d.R. nur sinnvoll, wenn das Quellprofil eines Bildes nicht bekannt ist. Wenn z.B. nicht bekannt ist, mit welcher Kamera ein Bild aufgenommen worden ist, so hat man die Möglichkeit, das als am besten geeignet (oder wahrscheinlichste) Profil als Quellprofil des Bildes zuzuweisen. So erhält man eine möglichst natürlichen Eindruck, "so wie es wohl gedacht war".

Dem Befehl In Profil umwandeln kommt praktisch eine viel größere Bedeutung zu, denn mit diesem Befehl werden Werte des Quellprofils mithilfe eines "Umwandlungsfarbraumes", dem Profile Connection Space (z.B. CIE L*a*b*) von einem gerätespezifischen Farbraum in den anderen gewandelt. Wandelt man z.B. ein Bild, das im Offsetprofil ISO_coated_v2 vorliegt in ein Tiefdruckprofil PSR_LWC_PLUS_V2_PT um, so ist es notwendig, dass die gerätespezifischen Farbwerte (CMYK) geändert werden, damit der Farbeindruck ( CIE L*a*b*) gleich bleibt.

Sollten sie aus versehen die Befehle vertauscht haben, sollten Sie unbedingt wieder das Ursprungsprofil zuweisen und erst danach eine Konvertierung durchführen.

3. Transparenzmodus "Multiplizieren"

Wenn in InDesign ein teiltransparentes Element über ein Bild gelegt wird, so kann es dann zu Problemen kommen, wenn der Modus der Füllmethode auf [multiplizieren] steht. Dies kann auch dann problematisch sein, wenn das Bild korrekt profiliert und eingebunden wurde. InDesign betrachtet die Elemente unabhängig voneinander. Auch wenn über einen Intermediate-Binding-Workflow eine Konvertierung bei Ausgabe angestossen wird, so wird das Bild für sich umgewandet und die teilopake Fläche ebenfalls. In der Summe wird die Flächendeckung nach Ausgabe dennoch überschritten. Dieses Problem besteht sowohl bei PDF/X-3 als auch bei PDF/X-4. Wir empfehlen hier die Transparenz entweder im jeweiligen Bild in Photoshop anzulegen oder einen anderen Modus für die Füllmethode auszuwählen.

 

 

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